Mit 95 Paketen machte sich auch in diesem Jahr am 08.12.2025 wieder eine Delegation der Ursulinen Realschule – bestehend aus den Klassensprecherinnen der 6., 8. und 10. Klassen, den Schülersprecherinnen, dem Wahlfach Theater/Backstage, der Schulband, unserem Schulleiter Herrn Erl sowie einem siebenköpfigen Lehrerteam – auf den Weg zu den Barmherzigen Brüdern nach Reichenbach. Die besondere Verbindung zu dieser Einrichtung für Menschen mit Behinderung besteht bereits seit über 50 Jahren.
Spendenaktion als gemeinschaftliches Projekt
Normalerweise übernehmen alle Klassen das Erfüllen und Verpacken der individuellen Weihnachtswünsche der Bewohnerinnen und Bewohner. Aufgrund organisatorischer Herausforderungen war das in diesem Jahr leider nicht möglich. Stattdessen beteiligte sich alle Schüler und Schülerinnen mit Spenden an der Aktion. Den Einkauf und das Verpacken der Geschenke übernahm schließlich Frau Wasinger gemeinsam mit ihren Religionsklassen. Im kommenden Jahr soll die gesamte Schulgemeinschaft wieder aktiv beteiligt sein.
Ankunft in Reichenbach – Ausladen, Aufbauen, Begegnungen
Nach der Ankunft im rund 50 Kilometer entfernten Reichenbach packten die Schülerinnen und Herr Erl persönlich tatkräftig mit an: Geschenke wurden ausgeladen, das Equipment der Band sowie die selbstgebauten Kulissen des Theater-/Backstage-Wahlfachs aufgebaut. Die Bewohnerinnen und Bewohner dürfen ihre Geschenke wie jedes Jahr erst an Heiligabend öffnen.
Währenddessen erhielten die mitgereisten Klassen- und Schülersprecherinnen im Beisein des Vorsitzenden der Geschäftsführerversammlung der Barmherzige Brüder Behindertenhilfe gGmbH, Herrn Hans Emmert, einen spannenden Einblick in die Einrichtung. Herr Kiefl, Bereichsleiter Wohnangebote, berichtete über die Geschichte des Benediktinerklosters sowie über den Alltag der Bewohner – vom Arbeiten in der Werk- und Förderstätte bis hin zu vielseitigen Freizeitaktivitäten wie Musizieren, der Teilnahme an den Special Olympics oder gemeinsamen Wallfahrten. Auch der Beruf der Heilerziehungspflege wurde vorgestellt, und die Schülerinnen stellten viele interessierte Fragen.
Feierliches Programm im voll besetzten Saal
Umrahmt wurde das Programm von weihnachtlichen Geigenstücken, dargeboten von Fr. Feldmeier und der Schülerin Anna Haas. Nach der Begrüßung durch die Theatergruppe und unseren Schulleiter richtete Herr Emmert herzliche Worte an die Gäste aus Straubing. Er bezeichnete den Besuch als „traditionsreich“ und als „großes Geschenk“, da die Ursulinen-Schulgemeinschaft seit Jahrzehnten echte Begegnungen ermögliche – Begegnungen, in denen spürbar werde, „dass wir alle Geschöpfe Gottes sind“ und die damit eine wichtige Grundlage für gelebte Inklusion bilden.
Im Anschluss überließ er die Bühne den Schauspielerinnen des Wahlfachs Theater/Backstage mit ihrer Lehrkraft Frau Riccadona sowie der Schulband unter Leitung von Herrn Mayer. Für viele Lacher sorgte das selbstgeschriebene Theaterstück „Wo sind die Plätzchen?“, in dem ein hungriger Santa und ein äußerst verfressenes Rentier für heitere Momente sorgten. Spätestens bei den ersten Takten der „Weihnachtsbäckerei“ sangen zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner begeistert mit. Auch die gemeinsame Suche nach Rudolph und der Schlusssong „Last Christmas“ brachten viel Freude in den Saal.
Begegnungen, Werkstätte und gemütliche Gespräche
Beschwingt von der großartigen und lustigen Vorstellung ging es gestärkt mit Lebkuchen, gesponsert vom Förderverein der Ursulinen Realschule, zum Snoezelen für die Theatergruppe, in die Förderstätte für die Bandmitglieder und für die Klassensprecherinnen mit je einer Lehrkraft (Frau Bucher, Schulleitung Herr Erl, Frau Feldmeier, Frau Haider, Frau Schelter und Frau Wasinger) in die verschiedenen Wohnangebote. Bei Punsch und weihnachtlichem Gebäck erzählten die Bewohner aus ihrem Alltag, zeigten stolz ihre Zimmer oder sogar die Wohngruppenkatze.
Ein Teil der Schülerinnen durfte erstmals in der Förderstätte mithelfen: Gemeinsam mit den Bewohnern wurden „Omas bester Zauberzucker“ abgefüllt, mit selbst gestalteten Etiketten versehen und anschließend das Klangbett ausprobiert.
Ein Abschied voller Wärme
Um 16:00 Uhr hieß es schließlich Abschied nehmen. Umringt von zahlreichen Bewohnerinnen und Bewohnern trat die Gruppe die Rückfahrt nach Straubing an – im Gepäck die Gastgeschenke, die in der Förderstätte hergestellt wurden, viele herzliche Begegnungen und die Gewissheit, dass diese einzigartige Freundschaft nun schon seit über einem halben Jahrhundert lebt und weiterleben wird.
Einige Schülerinnen brachten es auf den Punkt: Nach diesem Besuch wisse man wieder ganz genau, worum es an Weihnachten wirklich gehe.
Text: T. Schelter
Bilder: M. Haider/E.Mayer/ T. Schelter/ N. Wasinger
Ge 2025-12-09





















