2020 11 24 Moderne Prophetenreden 1

 

Als Vermittler zwischen Gott und den Menschen wiesen Propheten aus dem Alten Testament auf Unrecht hin und riefen zur Umkehr auf. Doch nicht nur vor knapp 3000 Jahren bedurfte es mutiger Menschen, die Ungerechtigkeiten beim Namen nannten. Auch in der heutigen Zeit gibt es auf der Erde einiges zu beanstanden und so verfassten die jungen Prophetinnen der Klassen 8b und 8c im Rahmen des Katholischen Religionsunterrichts ihre eigenen, ganz persönlichen Reden. In ihren Texten wollen sie zum Nachdenken anregen. Die Schülerinnen weisen auf Probleme hin und zeigen deutlich die Folgen auf, wenn sich an dem Verhalten der Menschen nichts ändert. Also: Hört, was wir euch zu sagen haben!

 

 

Leni zum Thema Bodyshaming

Genug mit Bodyshaming!

Bodyshaming gibt es überall.

Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher der Druck, einen perfekten Körper zu haben, ziemlich groß ist. Bodyshaming entsteht zunehmend durch Schönheitsideale wie z. B. Models, Influencer und Schauspieler. Schön und schlank – für viele gehört das zusammen. Sobald man aufgrund seines Körpers durch das gesellschaftliche Raster der „Schönheit“ fällt, ist man vor allem im Internet mit Anfeindungen konfrontiert. Der Körper soll ein Imageträger sein. Kinder und Jugendliche werden wegen ihrer Figur schon in der Schule und auf dem Pausenhof gemobbt.  Sie bekommen Kommentare wie z. B. „Du bist viel zu dick, nimm mal ab!“ oder „Du bist viel zu dünn, iss mal was!“, „Soll ich dir einen Burger bringen?“, „Boah ist die fett!“ oder „Wie kann man so etwas anziehen?“ Dadurch werden sie in eine Essstörung wie Magersucht und Bulimie getrieben. Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, sind in den sozialen Netzwerken regelmäßig üblen Beleidigungen ausgesetzt. Niemand hat das Recht, einen anderen Körper zu kommentieren und ungefragt Tipps zu geben. Da in Social Media viel bearbeitet und gefakt wird, nutzen Stars oft Photoshop, um beispielsweise ihre Beine dünner und die Taille schmaler zu schummeln. Dies ist das Hauptproblem der Falschvermittlung des Schönheitsideals. So entsteht ein ewiger Kreislauf aus falschen Körperidealen, Bodyshaming und Mobbing. Doch wer hat beschlossen, was „schön“ ist? Und wer nimmt sich das Recht raus, jeden von uns zu bewerten? Bodyshaming führt zu Ausgrenzung und Vorurteilen im Alltag. Bei Betroffenen sind die Folgen Selbstzweifel am eigenen Körper, weniger Selbstbewusstsein, eingeschränkte Lebensqualität. Doch was können wir dagegen tun und wie können wir anderen helfen?  Als Erstes muss jeder selbst anfangen, sich und seinen Körper nach und nach zu akzeptieren, damit man auch anderen vermitteln kann, ihren eigenen Körper zu lieben. Denn jeder Körper ist anders und einzigartig. Selbstwert kann man trainieren. In den Medien, in der Werbung und in Filmen muss sich sehr viel ändern. Wir müssen aufhören, falschen Schönheitsidealen zu folgen und uns wegen des Äußeren zu verurteilen, denn wahre Schönheit kommt von Innen.

 

Nina zum Thema Umweltschutz

Hallo Welt,

ich klage die Umweltverschmutzung an, da mir der Umweltschutz sehr am Herzen liegt und ich möchte, dass alle Menschen mitmachen.

Wollt ihr, dass unsere Kinder weiße Weihnachten nur noch aus dem Fernsehen kennen? Oder ist es euch lieber, dass sie es noch live miterleben können, so wie wir es erlebt haben?

Es gibt viele Urlaubsländer, Urlaubsinseln und Urlaubsorte, die es irgendwann nicht mehr geben wird, die in nicht allzu langer Zeit einfach weg sind, wenn die Meeresspiegel weiter ansteigen.

Möchtet ihr das einfach aufgeben?

Ich will mit meiner Rede bewirken, dass jeder etwas tut und tun muss. Denn so wie jetzt kann es nicht weitergehen!

Wenn wir mit unserer Erde weiter so umgehen wie jetzt, wird ein Zeitpunkt kommen, dann stehen wir vor dem Aus. Dann wird es hier in Deutschland im Winter vielleicht ungewöhnliche Temperaturen um die 10°C geben oder im Sommer weit über 40°C. Es wird keine glasklaren Meere mehr geben, diese werden mit einem Plastikteppich überdeckt sein. Viele Meeresbewohner fressen mit ihrer Nahrung Mikro Plastik, somit ist Plastik auch in unserer Nahrung. Es wird keine Gletscher mehr geben, denn diese werden schmelzen, zugleich wird es auch keine Winter-Sportarten mehr geben. Wir gemeinsam müssen etwas ändern. Wir sollten jetzt damit anfangen: Kurze Strecken mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen und dadurch auf Autos verzichten. Wir können auch umweltfreundliche Stofftaschen verwenden, anstatt Plastiktüten, denn diese kann man waschen und immer wieder verwenden. Wenn wir selbst umdenken, dann wird der Plastikteppich kleiner, Weihnachten wieder weiß und wir werden besser leben.

Das war meine Prophetenrede über den Umweltschutz. Danke für eure Aufmerksamkeit.

Text: Schülerinnen, Clarissa Höcherl

2020-11-23 Scu