Zwei "Erste Faire Schulklassen" in Straubing

Große gemeinsame Freude für die Klasse 6 der Papst Benedikt Schule und der Klasse 6 d von der Ursulinenrealschule mit ihren Lehrern Helga Wilberg und Hugo Hammer, Betreuerinnen, Schulleiter Klaus Welsch und Konrektor Wolfgang Zankl, Maria Stauber und Maria Birkeneder als engagierte Fairtrade Vertreterinnen über die Auszeichnung zur Fairtrade- Klasse. Sr. Rita vom Kloster Seligenthal freute sich zudem über eine 200,-- Euro Spende für ein Schulhilfsprojekt in Bolivien.

- gemeinsame Auszeichnungsfeier von Papst Benedikt Schule und Ursulinenrealschule -

Schritt für Schritt macht "Fairtrade" auch in Straubing immer mehr Schule. Nun gibt es auch zwei Schulklassen, an zwei miteinander kooperierenden Schulen, die sich "Faire Schulklasse- Klasse des Fairen Handels " nennen dürfen: Klasse 6 der Papst Benedikt Schule und die Klasse 6d der Ursulinenrealschule. Sie haben ein Jahr lang wöchentlich miteinander kooperiert und mit ihrem Musical-Theaterstück öffentlich auf den Fairen Handel aufmerksam gemacht. Nun wurden sie für ihr Engagement ausgezeichnet - in ganz Bayern erhielten insgesamt fünf Klassen diese Urkunden und Auszeichnungen. "Es war so richtig Leben in der Bude" darf man salopp sagen, auch wenn die Aula der Papst Benedikt Schule nichts mit einer Bude zu tun hat. Es rührte sich einfach mächtig viel, als zwei Klassen gemeinsam ihre Auszeichnung "Faire Schulklasse- Klasse des Fairen Handels" feierten. Dabei wechselten sich Musik und Filmausschnitte, Ansprachen und Lieder ab. Schulleiter Klaus Welsch von der Papst Benedikt Schule und Konrektor Wolfgang Zankl von der Ursulinenrealschule sparten nicht mit Lob für die Klassen, Lehrer und das gesamte Team, die sich diese Auszeichnung gemeinsam erarbeitet haben. "Ihr habt Tolles erreicht und einen Riesenapplaus verdient", so Welsch. Deutschlandweit hatten sich zahlreiche Schulklassen i, die Auszeichnung zur Fairen Schulklasse beworben, für die Klasse 6 der Papst Benedikt Schule und die Klasse 6 d der Ursulinenrealschule wurde es wahr. Beide Straubinger Klassen engagierten sich in partnerschaftlicher Zusammenarbeit im besonderen Maße für den „Fairen Handel": Sie realisierten neben mehreren anderen Aktivitäten gemeinsam ein Fairtrade- Theaterstück/Fairtrade-Musical. Dieses wurde Anfang Juli 2015 mit großem Erfolg aufgeführt. Neben der interessierten Öffentlichkeit sahen Eltern, Ehrengäste, Freunde, Schüler und Schülerinnen verschiedener Straubinger Schulen, sowie Interessierte aus einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung das beindruckende Theaterstück. Das Stück entstand im wöchentlichen schulübergreifenden, gemeinsamen Musikunterricht.

Fächerübergreifende Unterstützung gab es z.B. im Deutsch-, Erdkunde- und Biologieunterricht sowie in der Kunsterziehung). Auch im Rahmenprogramm des Theaterstücks wurde der „Faire Handel" berücksichtigt, z.B. durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten. Mit diesem umfassenden Engagement für den „Fairen Handel" hatten die Schüler der beiden Straubinger Schulklassen im Laufe des Schuljahres bravourös alle Auszeichnungskriterien erfüllt: Nach Bildungseinheiten zum Fairen Handel führten die Klassen Aktivitäten zum Fairen Handel durch. Außerdem gelang es der Klasse, das Thema „Fairer Handel" auch in der Öffentlichkeit zu thematisieren. Wie auch als Auszeichnungskriterium gefordert, verbreiteten die jungen Menschen die Idee des Fairen Handels nicht zuletzt im Familien- und Freundeskreis.

Der Leiter der Kampagne „Faire Schulklasse – Klasse des Fairen Handels", Peter Weichardt von der Fairtrade Initiative Saarbrücken: „Uns freut es sehr, dass die Klassen mit ihrem fairen Engagement die Jury überzeugen konnte, die Jurymitglieder gaben ein einstimmiges Votum für die Klasse 6 der Papst Benedikt Schule und die Klasse 6d der Ursulinenrealschule Straubing ab." Und natürlich war die Begeisterung über diese Aussage groß bei den Verantwortlichen und ausgezeichneten Klassen beider Schulen. Hier hielt Musiklehrerin Helga Willberg (Ursulinenrealschule) die gemeinsam mit ihrem Kollegen Hugo Hammer (Papst Benedikt Schule) seit 10 Jahren klassen- und schulübergreifend zusammenarbeitet,einen kurzen Rückblick. "Uns verbindet die Begeisterung für Musik" erklärte sie das Integrativprojekt und stellte fest "aber mit Musik kann man nicht nur Freude haben, mit Musik kann man auch Botschaften weitertragen". Und in diesem Fall der beiden sechsten Klassen war es der Klimawandel und der Umweltschutz sowie der gerechte Welthandel. Die Schüler und Schülerinnen beider Klassen erfuhren fächerübergreifend diese Problematik und versuchten mit Hilfe des Ökodetektives das Gelernte in der Schule und zu Hause umzusetzen. Sie wurden faire Schokoladenverkäufer, stellten den Fairtradeladen Nono ein, spielten das Weltverteilungsspiel, unterstützen den fairen Pausenverkauf, machten eine Ausstellung "Rettet den Urwald mit Recyclingpapier" und als Höhepunkt wurde ein gemeinsames Theater-Musical inszeniert: "Wir haben nur eine Erde und die ist für ALLE da". Das Stück wurde selbst geschrieben und gestaltet. Tolle Musikkünstler, fantastische Sprecherrollen und kreative Darsteller spielten Hand in Hand, um auf Fair live, Fair trade und Fair future hinzuweisen. Man kann wirklich sagen: Begeisterung pur auf allen Seiten. Und das Thema wird sicherlich nicht mehr vergessen - keiner der Darsteller will sich in 60 Jahren als Oma oder Opa vorwerfen lassen "damals 2015 hättest du noch reagieren können auf Klimawandel, Umweltschutz und gerechten Welthandel". Als Beauftragte der Fairtrade-Stadt Straubing überreichte Maria Stauber offiziell die Auszeichnungsurkunde aus Saarbrücken und war voll des Lobes für die Kinder, die den Fairtrade-Gedanken in die Stadt tragen. Großen Dank sagte sie auch an die Schulleiter und Lehrer für die Unterstützung."Ein hoch auf uns, auf dieses Leben" wurde mit Begeisterung gesungen und alle Gäste klatschten mit. Freuen durfte sich abschließend noch Sr. Rita vom Kloster Seligenthal in Landshut, die für ihr Projekt "Collegio Ave Maria" in Bolivien 200,-- Euro aus dem aufgestellten Spendentopf bei den Aufführungen erhielt.

Fotos und Text: Irmgard Hilmer, Straubinger Tagblatt

Hier können Sie den im Straubinger Tagblatt erschienen Artikel nachlesen

 

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